Die Entstehungsgeschichte des Randecker Maars   von Christian Eckel                                                                                zurück

 

Das Randecker Maar liegt am Nordrand der Schwäbischen Alb und es entstand vor ca. 17 Millionen Jahren. In dieser Zeit kam es auch im Gebiet der Schwäbischen Alb zu starker Vulkantätigkeit. Das Magma wartete unten im Erdmantel bis sich die Spalten öffneten. Als sich die Spalten geöffnet hatten, floss die glutflüssige Magma nach oben. Kurz vor der Erdoberfläche traf sie auf Grundwasser und es kam auch in Verbindung mit den in der Magma enthaltenen Gasen, zu heftigen Eruptionen. In einigen Gebieten von ca. 2000kM2 um Holzmaden herum, wurden über 350 solche Schlote entdeckt. Der größte Schlot ist das Randecker Maar mit 1,2km Durchmesser. Die Schlote wurden durch Asche, kleine Lavasteine und Trümmer nach der Eruption verstopft. Beim Randecker Maar sank die innere Schlotfüllung (Tuff) hinunter. Durch den Wassertundurchlässigen Verschluss konnten die Niederschläge nicht mehr versickern. Dadurch entstand ein Süßwassersee mit einer Wassertiefe von 100-130m.

 

Es wird vermutet, dass der See später nahezu vollständig mit Ablagerungen (Sedimente) auf gefüllt wurde. Im Eiszeitalter wurde der Ausgang zum Zipfelbach durch Hangrutschungen ca. 35 m hoch verschlossen.

 

Die Fossilfunde am Randecker Maar

 

Durch diese Verstopfung hatten wir Glück, sonst hätten wir keine Fossilien oder sehr wenige finden können. Die Umweltbedingungen wechselten häufig. Deshalb gibt es fossilfreie und fossilreiche Ablagerungen. In den fossilreichen Ablagerungen findet man nie Fische, weil giftige Gase vom Seegrund an die Oberfläche stiegen. Aber ein Zitzenelefant mit einer Schulterhöhe von 2 m konnte als Fossil gefunden werden, da er vom Rande des Sees herabgefallen war. Es werden in den Seeablagerungen eine fülle tierische und Pflanzlicher Fossilien gefunden, man kann die Funde in Stuttgart, Tübingen, Kirchheim / Teck und natürlich in Holzmaden besichtigen. Auch Fossilfunde von salzresistenten Pflanzen, lässt daraus schließen, dass das Randecker Maar nicht nur aus Süßwasser bestand, sondern auch gelegentlich salzhaltig wurde.

 

Das frühere Leben am Randecker Maar

 

In der Altsteinzeit (15 000 - 10000 Jahre vor heute) lebten viele Tiere am Randecker Maar. Der Grund dafür war der Wasserreichtum. Dies lockte die damaligen Jäger an. Wobei die schmale Schlucht des Zipfelbachs, die Jagd begünstigte.

 

Die Rettung des Randecker Maars

 

Mitte des 19 Jahrhunderts war man auf der Suche nach Brennstoff. Dabei waren die Ablagerungen des Randecker Maars eine mögliche Alternative. Da aber die Herstellung des sogenannten Steinöls zu teuer war, im Gegensatz zur Konkurrenz Holzmaden und Reutlingen, wurde die Herstellung kurz darauf eingestellt. Der Vorteil davon war, dass die Zerstörung des Randecker Maars verhindert wurde.

 

Das Randecker Maar heute

 

Schon seit Jahrhunderten wird der Kratergrund mit seinen fetten Wiesen, für die Schafherden benutzt. Die Schafe bleiben immer den ganzen Sommer über auf den Wiesen des Randecker Maars. Ohne diese Schafe wäre längst das Randecker Maar mit Bäumen überwuchert. Durch 20 Wasserquellen wird der Zipfelbach und die Weiden ständig mit Wasser versorgt, dadurch gibt es ein phantastisches Leben für Tiere und Pflanzen. Die Amphibien, wie Erdkröte, Grasfrosch und Feuersalamander, leben auf dem feuchten Kratergrund, weil sie es lieber feucht bevorzugen. An den trockenen Kraterwänden wachsen seltene und geschützte und schöne Pflanzen, z.B. Silberdistel, wilder Majoran und Feldthymian. Das Randecker Maar und die Zipfelbachschlucht ermöglichen den Zugvögeln ein leichteres Überwinden der Alb. Dieses Spektakel des Vogelzuges von Juli bis Oktober wird durch den Beobachtungspunkt oberhalb vom Randecker Maar beobachtet. Diese Beobachtungsstation ist in ganz Europa bekannt, weil sie zu den Wichtigsten gehört. Dass das tolle Leben am Randecker Maar erhalten bleibt, wurde es 1971 unter Naturschutz gestellt. Das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb ist seit 1979 für die Überwachung und für die Organisation der Landschaftspflege zuständig. Ich hoffe, dass wir noch lange an der Schönheit des Randecker Maars uns erfreuen können.

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